Woran erkennt man einen guten Hufbearbeiter?

Leider kann man das nicht an fixen Kriterien festmachen. Dann ist es auch schwer für einen Pferdebesitzer die Hufe seines Pferdes realistisch zu beurteilen, denn das Wissen dazu ist nicht Bestandteil des reiterlichen Allgemeinwissens. Damit sich dieser Aspekt  ändert, halte ich Vorträge und Seminare für Pferdebesitzer.

-> siehe Termine

 

Mein persönlicher Anspruch an Behandler im Pferdebereich ist ganz einfach: "Nur das Beste ist gut genug.". Aber was oder wer ist denn "das Beste"?

Leider bleibt da nur das ausprobieren, denn es muss eben auch zum Pferd und zum Reiter/Besitzer passen. Ich versuche mich ständig fortzubilden (siehe Seite Fortbildung) und das ist einfach in diesem Beruf grundsätzlich notwendig um am Puls der Zeit und damit möglichst auf dem neuesten Stand der Forschung zu sein. Dann kommt noch der Trainigsaspekt dazu, es ist immer sehr wichtig sich seiner Grenzen bewusst zu sein. Eines meiner momentanen Defizite liegt an einem noch nicht ausreichend ausgebildeten Augenmaß und so habe ich mir überlegt, wie ich mich technisch generell verbessern kann. Daher besuche ich momentan recht überraschend den Intensivkurs der freien Schule für Hufpflege und Huftechnik in Flachslanden. Einmal gewährleistet die sehr kleine Gruppe von 4 Personen eine gute Lernatmosphäre für mich und zum anderen  wird sehr penibel und strukturiert Technik geübt. So habe ich ziemlich erstaunt festgestellt, dass meine Augen, obwohl ich der Meinung bin ich müsste dringend mal zum Optiker ev. ne Brille machen lassen, in der Genauigkeit einen Quantensprung nach vorne gemacht haben.

 

Was braucht ein guter Hufbearbeiter sonst noch? Natürlich ein Netzwerk. Denn wenn ich Bereiche habe die ich nicht abdecken kann, sollte ich meinen Kunden trotzdem angemessen beraten können und dann nicht im Regen stehen lassen, weil ich ihm keine Empfehlung geben kann. Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass ich beim Gesundehufe-Team ein bisschen mitmachen darf und habe darüber sehr viele wertvolle Kontakte knüpfen können. Und natürlich das Selbstverständnis, dass man sich untereinander hilft. Ein Beispiel: Ich beschlage (noch) nicht, das ist natürlich in der Vorbereitung. Und nun ergibt es sich, dass die Hufsituation eines meiner Kundenpferde eine Beschlagsperiode notwendig macht, oder dass etwas diagnostisch kontrolliert werden muss, z. B. die Lage des Hufbeins. Dann bin ich in der Lage für mein Gebiet mind. 4 Schmiede und eine gute Klinik zu empfehlen. Stehe ich im Stau auf der A2 wegen Vollsperrung oder muss ein Pferd notfallmässig versorgt werden, dann habe ich  Kollegen, die sich an mich wenden oder an die ich mich wenden kann.

 

Kann ein Hufbearbeiter ehrlich sagen, wenn er nicht weiter weiß oder weiterkommt? Ich fühle mich ethisch dazu verpflichtet und mein Vorbild dazu ist die Tierärztin Dr. Elke Wessel, mit der ich schon fast 10 Jahre zusammenarbeite. Im Falle meines ersten Pferdes kamen wir an dem Punkt an, an dem sich nichts mehr nachhaltig verbesserte und das hat sie mir dann klar gesagt. Aber natürlich auch wer uns dabei weiterhelfen konnte.

 

Verbreitet ein Hufbearbeiter Angst? Natürlich muss aufgeklärt und in der heutigen Zeit deutlich auf eine Rehe-Neigung hingewiesen werden. Das meine ich nicht; allerdings erlebe ich öfter, dass von einer an sich leichten Wandverbiegung (die sich oft schnell korrigieren lässt) auf ein lahmes oder gar dauerhaft unbrauchbares Pferd geschlossen wird. Wir brauchen Hufbearbeiter, die einen offenen Blick auf die unterschiedliche Methoden haben, das _Pferd_ und seine Gesundheit im Vordergrund sehen und nicht über Kollegen lästern.

 

LG

Andrea

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